
Wie viel Magnesium pro Tag? DGE- und BfR-Richtwerte
Wer magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel nimmt, steht schnell vor einer einfachen Frage: Wie viel Magnesium pro Tag ist eigentlich optimal – und ab wann wird es zu viel? Offizielle Stellen in Deutschland geben klare Richtwerte vor, doch zwischen Schätzwerte der DGE und der Obergrenze des BfR entstehen leicht Missverständnisse. Dieser Beitrag ordnet ein, welche Mengen für wen gelten und wo die Grenzen liegen.
Männer (DGE): 350 mg/Tag · Frauen (DGE): 300 mg/Tag · Obergrenze NEM (BfR): 250 mg/Tag
Kurzüberblick
- Männer ab 25: 350 mg/Tag, Frauen ab 25: 300 mg/Tag (DGE Referenzwerte)
- BfR-Höchstmenge für NEM: 250 mg/Tag, gültig ab 4 Jahren (BfR Stellungnahme 2017)
- SCF leitete bereits 2001 ein UL von 250 mg/Tag für zusätzliche Zufuhren ab (idw-online.de)
- Exakte Langzeitwirkung bei Tinnitus oder ADHS – hier fehlen etablierte klinische Belege
- Individuelle Bedarfsunterschiede bei Sportlern und unter Stress sind wissenschaftlich nicht abschließend quantifiziert
- 2001: SCF leitet UL 250 mg/Tag ab
- 2014: EFSA veröffentlicht AI-Werte
- 2015: D-A-CH Referenzwerte aktualisiert
- 12. Dezember 2017: BfR bestätigt 250 mg Höchstmenge
- Bei Überschreitung der 250 mg aus NEM: Durchfall und Übelkeit möglich
- Ab 300 mg zusätzlichem Magnesium über NEM kann Durchfall auftreten
- Bei Nierenschwäche ist ärztliche Rücksprache vor jeder Supplementierung nötig
Die folgende Tabelle fasst die offiziellen Richtwerte und Höchstmengen für Magnesium zusammen.
| Parameter | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| DGE Männer ab 25 | 350 mg/Tag | DGE Referenzwerte |
| DGE Frauen ab 25 | 300 mg/Tag | DGE Referenzwerte |
| DGE Schwangere | 300 mg/Tag | DGE Referenzwerte |
| BfR NEM-Höchstmenge | 250 mg/Tag | BfR Stellungnahme |
| Efsa AI Männer ab 18 | 350 mg/Tag | BfR PDF |
| Efsa AI Frauen ab 18 | 300 mg/Tag | BfR PDF |
| NVS II Mittlere Zufuhr Frauen | 284 mg/Tag | DGE FAQ |
| NVS II Mittlere Zufuhr Männer | 345 mg/Tag | DGE FAQ |
| BfR Geltung ab Alter | 4 Jahre | Gelbe Liste |
| DGE Jungen 15-19 | 330 mg/Tag | DGE Referenzwerte |
Wie viel Magnesium pro Tag?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Schätzwerte für die tägliche Magnesiumzufuhr. Diese Richtwerte gelten als Orientierungspunkt für eine ausgewogene Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH-Referenzwerte).
Empfehlungen nach Alter und Geschlecht
Für Erwachsene Männer ab 19 Jahren empfiehlt die DGE eine Zufuhr von 350 mg Magnesium pro Tag, während für erwachsene Frauen ab 19 Jahren 300 mg pro Tag angesetzt werden. Diese Werte basieren auf den EFSA-Adequate-Intake-Empfehlungen und den Daten der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II).
- Männer 19–65+: 350 mg/Tag
- Frauen 19–65+: 300 mg/Tag
- Jungen 15–19: 330 mg/Tag
- Mädchen 15–19: 260 mg/Tag
- Jungen 10–13: 270 mg/Tag
- Mädchen 10–13: 230 mg/Tag
Die tatsächliche Zufuhr in der deutschen Bevölkerung liegt laut NVS II bei durchschnittlich 345 mg/Tag für Männer und 284 mg/Tag für Frauen. Bei Männern im Alter von 19–24 Jahren wurde ein Median von 435 mg/Tag gemessen, was den DGE-Schätzwert bereits übersteigt.
Dass erwachsene Männer im Median bereits mehr als 350 mg Magnesium täglich über die Ernährung aufnehmen, zeigt: Wer keine Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, riskiert laut DGE selten einen Magnesiummangel – vorausgesetzt, die Ernährung ist ausgewogen.
Bedarf bei Schwangerschaft und Sport
Schwangere und stillende Frauen haben keinen höheren Magnesiumbedarf als andere erwachsene Frauen. Die DGE gibt für beide Gruppen weiterhin 300 mg/Tag an. Bei Sportlern oder Personen unter erhöhtem Stress kann der Bedarf laut Verbraucherzentrale allerdings höher liegen, wobei die Wissenschaft hier keine exakten Werte festgelegt hat.
Bei starkem Schwitzen durch Ausdauersport kann der Magnesiumverlust erhöht sein. Eine gezielte Supplementierung sollte jedoch immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen, da eine Überdosierung ab 250 mg zusätzlichem Magnesium aus NEM möglich ist.
Sind 800 mg Magnesium am Tag zu viel?
Die Frage, ob 800 mg Magnesium pro Tag zu viel sind, stellt sich vor allem bei der Einnahme konzentrierter Präparate wie Magnesiumglycinat. Die offiziellen Stellen in Deutschland setzen klare Grenzen.
BfR-Höchstmengen aus Nahrungsergänzungsmitteln
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt in seiner Stellungnahme Nr. 034/2017 vom 12. Dezember 2017 eine Tageshöchstmenge von 250 mg Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln. Diese Empfehlung gilt für Personen ab 4 Jahren. Das BfR stützt sich dabei auf die wissenschaftliche Bewertung des Scientific Committee on Food (SCF) aus dem Jahr 2001.
Die 250 mg beziehen sich ausschließlich auf die zusätzliche Zufuhr über NEM. Magnesium, das über die normale Ernährung aufgenommen wird, ist in dieser Obergrenze nicht enthalten. Das BfR rät zudem, die Tagesdosis auf mindestens zwei Einnahmen pro Tag zu verteilen.
Wer ein Supplement mit 800 mg elementarem Magnesium pro Tag einnimmt, liegt deutlich über der BfR-Empfehlung. Selbst wenn das Präparat hoch bioverfügbar ist, steigt das Risiko für Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden erheblich.
Risiken einer Überdosierung
Laut DGE kann bereits ab 300 mg zusätzlichem Magnesium über NEM Durchfall auftreten. Typische Symptome einer Überdosierung sind wässriger Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe. In seltenen Fällen kann eine extreme Überdosierung zu schwerwiegenderen Folgen wie Herzrhythmusstörungen führen.
- Ab 250 mg aus NEM: BfR-Obergrenze erreicht
- Ab 300 mg aus NEM: Durchfall möglich
- Ab 800 mg aus NEM: Deutliches Überschreiten der Empfehlung
Für Kinder unter 4 Jahren ist keine BfR-Höchstmenge ableitbar, da wissenschaftliche Daten für diese Altersgruppe fehlen.
Vorteile einer bedarfsgerechten Magnesiumzufuhr
- Unterstützung der Muskelfunktion und Nervenleitung
- Beitrag zur normalen Energieversorgung
- Hilfe bei Wadenkrämpfen (laut Verbraucherzentrale häufiger Anlass zur Supplementierung)
- 300 mg/Tag aus NEM sind im normalen Ernährungskontext unbedenklich
Nachteile einer übermäßigen Zufuhr
- Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden ab 300 mg zusätzlichem Magnesium
- Überschreitung der BfR-Empfehlung bei Einnahme von 800 mg
- Bei Nierenschwäche: erhöhtes Risiko einer Hyperosmolarität
- Ab 400 mg/Tag aus NEM: zunehmende Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen
Wieviel Magnesium pro Tag Frauen?
Frauen haben laut DGE einen geringeren Magnesiumbedarf als Männer. Der Schätzwert liegt bei 300 mg pro Tag für Frauen ab 19 Jahren – unabhängig davon, ob sie schwanger sind oder stillen.
Unterschiede zu Männern
Der geschlechtsspezifische Unterschied ergibt sich aus physiologischen Unterschieden im Körpergewicht und der durchschnittlichen Muskelmasse. Die EFSA bestätigt mit ihren Adequate-Intake-Werten (300 mg/Tag für Frauen ab 18, 350 mg/Tag für Männer ab 18) die international vergleichbare Empfehlung.
D-A-CH empfiehlt für Frauen ab 15 Jahren eine Spanne von 300–350 mg/Tag, was auf die individuellen Unterschiede im Bedarf hinweist. Die tatsächliche mittlere Zufuhr deutscher Frauen liegt laut NVS II bei 284 mg/Tag – leicht unter dem DGE-Schätzwert.
Bedarf im Alter
Für Frauen im Alter über 65+ Jahre gelten weiterhin 300 mg/Tag als Richtwert. Bei älteren Menschen kann die Magnesiumaufnahme über die Niere reduziert sein, was das Risiko einer Anreicherung erhöht. Eine ärztliche Beratung ist daher bei geplanter Supplementierung empfehlenswert.
Ist Magnesium gut bei Tinnitus?
Tinnitus, also Ohrgeräusche ohne externe Schallquelle, ist ein Beschwerdebild, bei dem magnesiumhaltige Supplemente immer wieder diskutiert werden. Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch begrenzt.
Mögliche Wirkungen
Einige Studien haben untersucht, ob Magnesium zur Verbesserung der Durchblutung im Innenohr beitragen kann, was theoretisch bei bestimmten Formen von Tinnitus hilfreich sein könnte. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Magnesiumeinnahme und Tinnitusbesserung ist jedoch nicht belegt.
Zu viel Magnesium und Tinnitus
Interessanterweise kann eine übermäßige Magnesiumzufuhr selbst negative Effekte haben. Bei zu hohen Dosen kann es zu Durchfall und Elektrolytverschiebungen kommen, die das Nervensystem reizen – und damit theoretisch Tinnitus-Symptome verschlimmern statt verbessern.
Wer unter Tinnitus leidet und Magnesium supplementieren möchte, sollte dies nur unter ärztlicher Aufsicht tun. Eine Selbstbehandlung mit Hochdosis-Präparaten ist nicht empfehlenswert.
Bisher gibt es keine etablierten Beweise dafür, dass Magnesium Tinnitus heilt oder signifikant lindert. Wer dennoch supplementieren möchte, sollte die BfR-Obergrenze von 250 mg aus NEM nicht überschreiten.
DieImplikation: Selbst wenn Magnesium bei Tinnitus theoretisch unterstützend wirken könnte, überwiegen die Risiken einer Überdosierung den möglichen Nutzen.
Ist Magnesium gut bei ADHS?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Die Frage, ob Magnesium eine unterstützende Rolle spielen kann, wird in verschiedenen Diskussionen aufgegriffen.
Bei Kindern und Erwachsenen
Einige Forschungsansätze deuten darauf hin, dass Personen mit ADHS möglicherweise häufiger einen Magnesiummangel aufweisen. Eine Supplementierung könnte theoretisch unterstützend wirken, ersetzt jedoch keine etablierte Therapie.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Magnesium bei ADHS keine nachgewiesene Heilwirkung hat. Eine Nahrungsergänzung sollte stets ergänzend und in Absprache mit einem Arzt oder Therapeuten erfolgen.
Die 10-3-Regel
In manchen Communitys wird eine „10-3-Regel” diskutiert, die ein bestimmtes Verhältnis von Magnesium zu anderen Nährstoffen vorschlägt. Diese Regel stammt jedoch nicht aus offiziellen DGE- oder BfR-Empfehlungen und ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Magnesium kann als Teil eines ausgewogenen Ernährungsplans sinnvoll sein, ersetzt aber keine ärztlich verordnete Therapie. Wer ADHS-Medikamente einnimmt, sollte Wechselwirkungen mit Supplementen grundsätzlich mit einem Arzt klären.
Die 10-3-Regel, die manchmal in Internetforen erwähnt wird, bezieht sich auf ein bestimmtes Verhältnis von Mineralstoffen und findet keine Grundlage in den offiziellen deutschen oder europäischen Empfehlungen.
Was das bedeutet: Magnesium kann bei ADHS eine ergänzende Rolle spielen, doch die Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt – eine ärztliche Begleitung bleibt unverzichtbar.
“Die Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln sollte 250 Milligramm (mg) nicht überschreiten.”
“Bei Zufuhren von bis zu 250 mg Magnesium pro Tag, zusätzlich zur Magnesiumaufnahme über die normale Ernährung, wurden solche Durchfälle nicht beobachtet.”
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Die DGE-Richtwerte bieten Orientierung, doch bei Überschreitung der Obergrenze wie 800 mg drohen Symptome bei zu viel Magnesium, darunter Herzrhythmusstörungen.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert bei 1000 mg Magnesium?
Eine Zufuhr von 1000 mg Magnesium pro Tag liegt weit über jeder offiziellen Empfehlung. Ab 300 mg zusätzlichem Magnesium über NEM kann Durchfall auftreten; bei 1000 mg sind schwere Magen-Darm-Beschwerden, Elektrolytverschiebungen und in Extremfällen Herzrhythmusstörungen möglich. Eine solche Dosis sollte keinesfalls ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden.
Sind 400 mg Magnesium täglich zu viel?
400 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln überschreitet die BfR-Obergrenze von 250 mg deutlich. Während 400 mg über die Ernährung plus NEM bei den meisten Gesunden vermutlich noch keine schwerwiegenden Symptome verursachen, steigt das Risiko für Durchfall und Übelkeit. Bei dauerhafter Einnahme ist ärztliche Beratung empfehlenswert.
Wie viel Magnesium in einer Banane?
Eine durchschnittliche Banane enthält etwa 27–30 mg Magnesium. Um den Tagesbedarf von 300–350 mg allein über Bananen zu decken, müsste man etwa 10–12 Bananen pro Tag essen – was zeigt, dass magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte eine wichtigere Rolle in der Ernährung spielen.
Ist Magnesium gut bei Nierenschwäche?
Bei Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) ist die Magnesiumausscheidung über die Niere reduziert, was zu einer Anreicherung führen kann. Eine zusätzliche Magnesiumzufuhr über NEM kann das Risiko einer Hypermagnesiämie erhöhen. Betroffene sollten Magnesiumpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Wieviel Magnesium pro Tag maximal?
Die offizielle Obergrenze für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln liegt bei 250 mg/Tag (BfR-Empfehlung, gültig ab 4 Jahren). Diese Grenze bezieht sich nur auf die zusätzliche Zufuhr über NEM. Die Magnesiumaufnahme über die normale Ernährung ist in dieser Grenze nicht enthalten. Eine absolute Tagesobergrenze für Magnesium gesamt existiert in Deutschland nicht offiziell festgelegt.
Was besagt die 10-3-Regel bei ADHS?
Die sogenannte 10-3-Regel, die in verschiedenen Internetforen zu ADHS diskutiert wird, bezieht sich auf ein Nährstoffverhältnis, das angeblich bei ADHS hilfreich sein soll. Diese Regel hat keine Grundlage in den offiziellen DGE- oder BfR-Empfehlungen und ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Welches Wasser ist gut für die Nieren?
Mineralwasser mit niedrigem Natriumgehalt (unter 20 mg/l) eignet sich grundsätzlich gut als Getränk. Stark mineralisiertes Wasser kann je nach individueller Nierenfunktion sowohl positive als auch negative Effekte haben. Bei bestehender Nierenschwäche sollte die Flüssigkeitszufuhr mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Die offiziellen Richtwerte der DGE und die Obergrenze des BfR bilden zusammen den Rahmen, innerhalb dessen eine Magnesiumzufuhr als sicher gilt. Wer supplementiert, sollte die 250 mg aus NEM nicht überschreiten und bei bestehenden Erkrankungen – insbesondere Nierenschwäche – ärztlichen Rat einholen. Für gesunde Erwachsene in Deutschland reicht eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten in der Regel aus, um den täglichen Bedarf zu decken.