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Die Affen rasen durch den Wald: Geschichte, Text und Kontroversen

Harry Henry Thompson Carter • 2026-05-27 • Gepruft von Sofia Wagner

Die Melodie ist eingängig, der Text absurd: „Die Affen rasen durch den Wald“ gehört zu den vertrautesten Kinderliedern im deutschsprachigen Raum. Was viele nicht wissen: Die Bundeswehr hat es 2022 aus ihrem offiziellen Liederbuch gestrichen, wie Wikipedia (Online-Enzyklopädie) berichtet – ein Schritt, der eine breite Debatte auslöste. Dieser Artikel zeichnet die Geschichte des Liedes nach, beleuchtet die Kontroversen und erklärt, warum es bis heute Diskussionen auslöst.

Erstmals erschienen: 1950er Jahre · Autor: Unbekannt · Kontroverse: Rassismusvorwürfe und Bundeswehr-Verbot

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob der Text ursprünglich rassistisch gemeint war, ist nicht belegt (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
  • Die genaue Herkunft der Melodie ist unklar (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
  • Es gibt keine gesicherten alternativen Urheber (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
3Zeitleisten-Signal
  • 2022: Bundeswehr streicht das Lied – ein Signal für veränderte gesellschaftliche Normen (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
4Wie es weitergeht

Sechs Fakten auf einen Blick – eine Zusammenstellung, die zeigt, wie vielschichtig die Geschichte des Liedes ist:

Merkmal Wert
Entstehungszeit 1950er Jahre (BLKM (Bayerischer Landesverband für Kinder- und Jugendmusik))
Autor Unbekannt (Labbé Kinderseiten)
Erstnachweis Konfessionelle Liederbücher der 1950er (Universität Regensburg (musikpädagogische Forschung))
Bekanntheitsgrad Sehr hoch – eines der bekanntesten deutschen Kinderlieder
Kontroverse Rassismusvorwürfe seit den 2010er Jahren (Klett-Verlag (Bildungsverlag))
Bundeswehr-Status Seit 2022 nicht mehr im offiziellen Liederbuch enthalten (Spiegel (Nachrichtenmagazin))

Das Muster zeigt: Ein vermeintlich harmloses Kinderlied ist zum Brennpunkt kultureller und politischer Debatten geworden.

Warum ist die Affenrasen durch den Wald verboten?

Kontext des Bundeswehr-Verbots

Das Bundesverteidigungsministerium entschied 2022, das Lied aus dem offiziellen Bundeswehr-Liederbuch zu streichen. Als Grund nannte es „nicht mehr zeitgemäße Inhalte“. Der Spiegel (Nachrichtenmagazin) berichtete damals, dass der Schritt auf mehrjährige Kritik von Soldaten und Experten folgte.

  • Das Lied war jahrzehntelang fester Bestandteil der Bundeswehr-Tradition.
  • Kritiker bemängelten die Darstellung von Affen und die Verwendung des Begriffs „Kokosnuss“ als abwertend.
Die Paradoxie

Ein Lied, das Generationen von Kindern fröhlich mitsangen, wird von der Armee ausgemustert – weil es nicht mehr zu modernen Werten passt. Das zeigt, wie sehr sich gesellschaftliche Normen in wenigen Jahrzehnten verschieben.

Rassismusvorwürfe im Text

  • Die Zeile „Der eine macht den andern kalt“ stellt Affen als gewalttätig dar.
  • Der wiederholte Ruf „Wo ist die Kokosnuss?“ wird als koloniales Klischee gedeutet.
  • Die Universität Regensburg (musikpädagogische Forschung) dokumentiert, dass das Lied in überlieferten Fassungen durchweg Affen als „die Anderen“ inszeniert.

Was dies bedeutet: Der Text bedient unbewusst Stereotype, die in einer postkolonialen Gesellschaft nicht mehr tragbar sind.

Reaktionen von Bildungseinrichtungen

Viele Kindergärten und Grundschulen haben das Lied freiwillig aus dem Repertoire genommen. Einige Bundesländer empfehlen inzwischen, auf Lieder mit potenziell rassistischem Unterton zu verzichten. Die Labbé Kinderseiten bieten jedoch weiterhin den Text an – ein Zeichen dafür, dass die Diskussion nicht abgeschlossen ist.

Der Klett-Verlag (Bildungsverlag) führt das Lied explizit als Beispiel für rassistische Stereotype in traditionellen Kinderliedern auf.

Fazit: Die Bundeswehr und viele Bildungseinrichtungen haben das Lied wegen rassistischer Stereotype ausgemustert. Die Debatte zeigt den Wandel gesellschaftlicher Normen innerhalb weniger Jahrzehnte.

Woher kommt das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“?

Erste Veröffentlichung in Liederbüchern

Das Lied taucht erstmals in den 1950er Jahren in konfessionsgebundenen Jugendgruppen-Liederbüchern auf. Der Volksliedforscher Ernst Klusen verortete die Entstehung im Umfeld singender Jugendgruppen nach 1945. Eine genaue Datierung ist nicht möglich.

  • Die ältesten erhaltenen Drucke stammen aus kirchlichen Sammlungen.
  • Der Text variiert stark – ein Zeichen mündlicher Überlieferung.

Mögliche Vorbilder und ähnliche Lieder

Die Melodie erinnert an traditionelle Kinderreime wie „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“. Eine YouTube-Fassung (Videoplattform) trägt genau diesen Titel und zeigt den Rätselcharakter des Liedes.

Die BLKM (Bayerischer Landesverband für Kinder- und Jugendmusik) dokumentiert zusätzliche Strophen, die in gängigen Versionen fehlen.

Verbreitung im deutschsprachigen Raum

Das Lied ist in unzähligen Sammlungen zu finden – von Labbé Kinderseiten bis zur Initiative „Kinder wollen singen“. Es ist auf Spotify (Musikstreaming-Plattform) und YouTube (Videoplattform) abrufbar. Die Verbreitung ist massiv – aber nicht mehr unkritisch.

Das Muster der Überlieferung zeigt: Je weiter ein Lied in die Mündlichkeit zurückreicht, desto schwieriger ist es, seine ursprüngliche Bedeutung zu fassen.

Anmerkung

Die Vielzahl der Textvarianten und die fehlende Autorenangabe machen das Lied zu einem typischen Volkslied – aber auch zu einem schwierigen Forschungsobjekt.

Wer hat das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“ geschrieben?

Unbekannter Urheber

Alle verfügbaren Quellen stimmen überein: Der Autor ist nicht bekannt. Es gibt keine historische Notiz, kein Copyright, kein Archivdokument, das einen Komponisten oder Textdichter nennt.

  • Das Lied gilt als anonymes Volksgut.
  • In manchen Foren wird fälschlich ein bestimmter Autor genannt, aber das ist nicht belegt.

Volksliedcharakter

Der Wikipedia-Artikel zu Volksliedern (Online-Enzyklopädie) stellt fest, dass die Anonymität der Urheber typisch für diese Gattung ist. „Die Affen rasen durch den Wald“ passt perfekt in dieses Schema: mehrere Textvarianten, keine feste Autorenangabe.

Mögliche irrtümliche Zuschreibungen

Im Internet kursieren Zuschreibungen an Personen wie „Werner Schlierenzauer“ – das sind aber unbelegte Behauptungen. Die Wikipedia-Seite zum Lied (Online-Enzyklopädie) warnt explizit vor solchen Fehlinformationen.

Was das bedeutet: Das Lied ist ein Produkt kollektiver Kreativität, keinem einzelnen Urheber zuzuordnen.

Welche Kritik gibt es an dem Lied?

Rassistische Stereotype

Die Kritik konzentriert sich auf die Darstellung der Affen als rücksichtslos, gewalttätig und dumm. Der Klett-Verlag (Bildungsverlag) argumentiert, dass solche Bilder unbewusst rassistische Denkmuster verstärken.

  • Affen werden als „die Anderen“ dargestellt, die keine Ordnung kennen.
  • Die Kokosnuss wird als exotisches Objekt ohne kulturellen Kontext präsentiert.

Tierdarstellung und Kolonialismus

Kulturwissenschaftler weisen darauf hin, dass die Gleichsetzung von Affen mit Menschen aus anderen Kontinenten eine lange koloniale Tradition hat. Das Lied transportiere diese Tradition in den Kinderalltag.

Umgang in der Gegenwart

Immer mehr Erzieher und Eltern entscheiden sich bewusst gegen das Lied. Andere verteidigen es als harmlosen Spaß, der nicht überinterpretiert werden sollte. Die Wikipedia-Debatte (Online-Enzyklopädie) spiegelt diese Polarisierung wider.

Der Trade-off: Tradition bewahren oder sensibel mit problematischen Inhalten umgehen?

Zentrale Kritik: Das Lied bedient koloniale Klischees und stellt Affen negativ dar. Pädagogen und Eltern sind uneins über den richtigen Umgang.

Gibt es eine englische Übersetzung des Liedes?

Übersetzungen ins Englische

Mehrere inoffizielle Übersetzungen existieren, oft unter dem Titel „The Monkeys Race Through the Woods“. Die Labbé Kinderseiten bietet eine grobe englische Version an.

  • Die Übersetzungen sind meist sehr frei und folgen nicht dem deutschen Original.
  • Sie werden vor allem in Deutsch-als-Fremdsprache-Kursen genutzt.

Ähnliche Lieder im englischen Sprachraum

„The Monkey Song“ oder „Five Little Monkeys“ sind strukturell verwandt, haben aber keinen Bezug zur Kokosnuss.

Nutzung in DaF-Kursen

Lehrkräfte greifen auf das Lied zurück, weil es einfach und eingängig ist. Die Universität Regensburg (musikpädagogische Forschung) sieht darin ein didaktisch nützliches, aber kulturell sensibles Material.

Das Fazit für den Unterricht: Das Lied eignet sich, um über kulturelle Klischees und Sprachvarianten zu sprechen – nicht als unbedachter Ohrwurm.

Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen

  • 1950er Jahre: Erstes Auftauchen des Liedes in konfessionellen Liederbüchern (BLKM (Bayerischer Landesverband für Kinder- und Jugendmusik))
  • 2000er Jahre: Zunehmende Diskussion über rassistische Inhalte in Kinderliedern (Klett-Verlag (Bildungsverlag))
  • 2022: Verteidigungsministerium streicht das Lied aus dem Bundeswehr-Liederbuch (Spiegel (Nachrichtenmagazin))
  • Gegenwart: Kindergärten und Schulen entscheiden individuell über die Verwendung

Der Zeitleisten-Signal ist eindeutig: Innerhalb von 70 Jahren hat sich der gesellschaftliche Konsens von unkritischer Akzeptanz zu kritischer Distanz verschoben.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Das Lied ist erstmals in den 1950er Jahren nachweisbar (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
  • Der Autor ist unbekannt (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
  • Die Bundeswehr hat das Lied 2022 gestrichen (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
  • Der Text enthält die Zeile „Der eine macht den andern kalt“ und den Refrain „Wo ist die Kokosnuss?“ (Labbé Kinderseiten)

Was unklar ist

  • Ob der Text ursprünglich rassistisch gemeint war, ist nicht belegt.
  • Die genaue Herkunft der Melodie ist unklar.
  • Ob es alternative Urheber gibt, die nicht dokumentiert sind (Wikipedia (Online-Enzyklopädie))
  • Die genaue Anzahl der Strophen variiert und ist nicht eindeutig festgelegt.

„Das Lied wird als Beispiel für rassistische Stereotype in traditionellen Kinderliedern genannt – es ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Systems.“

— Klett-Verlag (Bildungsverlag)

„Das Ministerium begründet den Schritt mit ‚nicht mehr zeitgemäßen Inhalten‘ – ein Signal auch an andere Institutionen.“

— Spiegel (Nachrichtenmagazin)

Das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“ ist weit mehr als ein harmloser Ohrwurm – es ist ein Spiegel gesellschaftlichen Wandels. Für Pädagogen, Eltern und Kulturinstitutionen ist die Frage nicht ob, sondern wie man mit solchem Liedgut umgeht. Die Entscheidung der Bundeswehr hat gezeigt, dass selbst etablierte Traditionen hinterfragt werden können. Für alle, die mit Kindern arbeiten, gilt: Das Lied lässt sich nutzen, um über Klischees und respektvollen Umgang zu sprechen – oder man wählt bewusst Alternativen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lautet die erste Strophe des Liedes?

Die erste Strophe lautet: „Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt. Die ganze Affenbande brüllt: Wo ist die Kokosnuss? Wo ist die Kokosnuss? Die ganze Affenbande brüllt: Wo ist die Kokosnuss?“ (Labbé Kinderseiten)

Wer hat die Kokosnuss?

Am Ende des Liedes wird aufgelöst, dass das Affenbaby die Kokosnuss genommen hat. Die genaue Antwort variiert je nach Fassung.

Ist das Lied rassistisch?

Die Forschung ist uneins. Der Klett-Verlag (Bildungsverlag) zählt es zu den problematischen Liedern. Die Wikipedia (Online-Enzyklopädie) dokumentiert die Kontroverse, aber gibt keine abschließende Bewertung.

Welche Alternativen gibt es zu dem Lied?

Viele Pädagogen empfehlen moderne Kinderlieder wie „Das kleine Küken piept“ oder Lieder ohne stereotype Darstellungen. Eine Liste bietet der Klett-Verlag (Bildungsverlag).

Warum wurde es bei der Bundeswehr verboten?

Das Bundesverteidigungsministerium nannte „nicht mehr zeitgemäße Inhalte“ als Grund. Der Spiegel (Nachrichtenmagazin) berichtet über den Schritt.

Gibt es das Lied auch auf Englisch?

Ja, inoffizielle Übersetzungen unter dem Titel „The Monkeys Race Through the Woods“ sind online zu finden, z. B. bei Labbé Kinderseiten.

Welche Melodie wird verwendet?

Die Melodie ist einfach und eingängig, typisch für Volkslieder. Sie wird meist im 4/4-Takt gesungen. Mehrere YouTube-Videos (Videoplattform) zeigen die gängige Fassung.



Harry Henry Thompson Carter

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