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Geschwindigkeitsüberschreitung Schweiz: Bußgelder & Strafen

Harry Henry Thompson Carter • 2026-07-19 • Gepruft von Hannah Fischer

Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Schweiz werden streng geahndet – mit Bußgeldern, die deutlich höher ausfallen als in vielen Nachbarländern. Für französische Autofahrer lohnt es sich, die Schweizer Regeln und Toleranzen genau zu kennen, denn sie gelten uneingeschränkt auch für ausländische Fahrzeuge.

40 CHF Mindestbußgeld innerorts (1–5 km/h)  |  21 km/h Führerscheinentzug ab innerorts  |  3 km/h Toleranzabzug innerorts  |  Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre Höchststrafe bei extremer Überschreitung

Innerorts (Zone 30, 50)

  • 1–5 km/h: 40 CHF (Comparis)
  • 6–10 km/h: 120 CHF
  • 11–15 km/h: 250 CHF
  • 16–20 km/h: 500 CHF
  • 21–25 km/h: 750 CHF (grobe Verletzung)
  • Führerscheinentzug ab 21 km/h möglich

Ausserorts (Zone 60, 80)

  • 1–5 km/h: 20 CHF
  • 6–10 km/h: 60 CHF
  • 11–15 km/h: 120 CHF
  • 16–20 km/h: 200 CHF
  • 21–25 km/h: 400 CHF
  • Führerscheinentzug ab 26 km/h möglich

Autobahn

  • 1–5 km/h: 20 CHF
  • 6–10 km/h: 60 CHF
  • 11–15 km/h: 120 CHF
  • 16–20 km/h: 200 CHF
  • 21–25 km/h: 300 CHF
  • Führerscheinentzug ab 31 km/h möglich

Extreme Überschreitungen

  • Über 50 km/h: Strafanzeige und Strafverfahren
  • Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre
  • Führerscheinentzug für mindestens 6 Monate
  • Geldstrafe nach Tagessätzen (bis zu 10.000 CHF möglich)

Welche Bußgelder gibt es für Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Schweiz?

Das Schweizer Bußgeldsystem unterscheidet strikt nach der Zone der Übertretung. Der Bußgeldkatalog der Schweiz staffelt die Sanktionen nach innerorts, außerorts und auf Autobahnen. Je nach Höhe der Überschreitung und Zone fallen die Bußgelder unterschiedlich aus.

Bußgeldtabelle nach Zonen

Die folgende Vergleichstabelle fasst die Bußgelder für die wichtigsten Verstöße zusammen, basierend auf dem ADAC-Bußgeldkatalog für die Schweiz.

Überschreitung Innerorts Ausserorts Autobahn
1–5 km/h 40 CHF 20 CHF 20 CHF
6–10 km/h 120 CHF 60 CHF 60 CHF
11–15 km/h 250 CHF 120 CHF 120 CHF
16–20 km/h 500 CHF 200 CHF 200 CHF
21–25 km/h 750 CHF 400 CHF 300 CHF

Das Muster ist klar: Innerorts sind die Bußgelder am höchsten, und ab 21 km/h Überschreitung wird es besonders teuer.

Wie wird das Bußgeld berechnet?

Die Berechnung erfolgt nach einem festgelegten Schema: Von der gemessenen Geschwindigkeit wird zunächst die Sicherheitsmarge abgezogen. Erst dann wird die tatsächliche Überschreitung ermittelt. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) gibt die Richtlinien vor. Comparis betont, dass die gemessene Geschwindigkeit nach Abzug der Sicherheitsmarge für die Sanktion maßgeblich ist. Die Höhe der Geldbuße wird dann gemäß der Tabelle für die entsprechende Zone festgesetzt.

Welche Strafe für 20 km/h zu viel?

Die Antwort hängt von der Zone ab. Im Ortsgebiet wird es besonders teuer, während auf der Autobahn die Bußgelder etwas niedriger sind.

Bußgeld für 10 km/h zu viel

Eine Überschreitung von 10 km/h kostet innerorts 120 CHF, außerorts und auf der Autobahn jeweils 60 CHF. Bußgeldkatalog.net bestätigt diese Beträge für die Schweiz.

Bußgeld für 20 km/h zu viel

Bei 20 km/h zu viel steigt das Bußgeld markant an. Innerorts werden 500 CHF fällig. Für außerorts und auf der Autobahn beträgt die Strafe jeweils 200 CHF. Vertragshilfe.ch weist darauf hin, dass die Schweiz bei mittelschweren Verstößen im Vergleich zu Deutschland deutlich höhere Sanktionen vorsieht.

Ab wann droht Führerscheinentzug?

Der Führerscheinentzug wird bei einer sogenannten „groben Verletzung“ der Verkehrsregeln ausgesprochen. Diese Schwelle ist innerorts bei 21 km/h Überschreitung, außerorts bei 26 km/h und auf der Autobahn bei 31 km/h erreicht (Quelle: ADAC).

Das bedeutet: Wer mit 20 km/h zu viel erwischt wird, bleibt in der Regel ohne Entzug; wer mit 21 km/h (innerorts) geblitzt wird, riskiert ihn bereits.

Die Konsequenz für den Fahrer: Bereits eine Überschreitung von 21 km/h innerorts führt zu einem Strafverfahren und potenziellem Führerscheinentzug.

Welche Toleranz haben Radargeräte in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es keine einheitliche Toleranz. Vielmehr unterscheiden die Behörden nach Messverfahren und Geschwindigkeitsbereich. Der Kanton St. Gallen gibt die offiziellen Werte für Radar- und Lasermessungen an.

Toleranzabzug innerorts

Bei Radarmessungen in der Schweiz werden typischerweise 5 km/h bis 100 km/h abgezogen. Bei Lasermessungen sind es 3 km/h bis 100 km/h. Innerorts beträgt die Toleranz also je nach Messgerät zwischen 3 und 5 km/h (Quelle: ADAC).

Toleranzabzug außerorts

Auch außerorts gelten die gleichen Stufen. Gemäß Kanton St. Gallen wird für Radar-Geräte eine Sicherheitsmarge von 5 km/h (bis 100 km/h) und für Laser von 3 km/h (bis 100 km/h) abgezogen. Für mobile Radargeräte können die Abzüge laut Comparis abweichen: 7 km/h bis 100 km/h, 8 km/h bis 150 km/h und 9 km/h ab 151 km/h.

Toleranzabzug auf Autobahnen

Auf Autobahnen gelten dieselben Abzüge wie außerorts. Oberhalb von 100 km/h werden bei Radar 6 km/h und bei Laser 4 km/h abgezogen. Ab 151 km/h erhöht sich der Abzug auf 7 km/h (Radar) bzw. 5 km/h (Laser).

Geschwindigkeit Radar Laser
Bis 100 km/h 5 km/h 3 km/h
101–150 km/h 6 km/h 4 km/h
Ab 151 km/h 7 km/h 5 km/h

Die Unterschiede sind klein, aber wichtig: Wer mit Laser gemessen wird, bekommt einen geringeren Toleranzabzug und damit eine höhere effektive Überschreitung.

Wie funktionieren Bußgelder in der Schweiz für Franzosen?

Für französische Autofahrer gelten in der Schweiz dieselben Verkehrsregeln und Sicherheitsmargen wie für inländische Fahrer. Die Staatsangehörigkeit ändert die Mess- und Sanktionierungslogik nicht (Quelle: ADAC).

Zustellung von Bußgeldbescheiden ins Ausland

Bußgeldbescheide werden per Post ins Ausland zugestellt. Bei Nichtannahme gilt die Zustellung als erfolgt, was in der Praxis oft zu Problemen führt. Die Schweiz und Frankreich haben ein Vollstreckungsabkommen für Bußgelder ab 80 EUR, das auf einer EU-Richtlinie basiert.

Vollstreckung von Bußgeldern in Frankreich

Dank des bilateralen Abkommens können offene Bußgelder in Frankreich vollstreckt werden. Das bedeutet: Wer ein Bußgeld aus der Schweiz nicht bezahlt, riskiert ein Mahnverfahren oder die Zwangsvollstreckung in Frankreich. Die Forderung kann mit zusätzlichen Gebühren deutlich steigen.

Auswirkungen auf den französischen Führerschein

Punkte in Frankreich werden nicht direkt auf den französischen Führerschein übertragen. Bei Nichtzahlung oder schweren Verstößen kann der Führerschein jedoch eingezogen werden – sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich.

Fachanwalt für Verkehrsrecht, fve.ch: „Die Schweiz verfolgt ausländische Fahrer konsequent. Wer einen Bußgeldbescheid ignoriert, muss mit einem Strafverfahren und einer Einreisesperre rechnen – selbst bei kleineren Verstößen.“

Was riskiere ich, wenn ich mein Bußgeld in der Schweiz nicht bezahle?

Die Nichtzahlung eines Bußgeldes hat ernste Folgen, die über die reine Geldstrafe hinausgehen.

Mahnverfahren

Bei Zahlungsverzug wird ein Mahnverfahren eingeleitet. Die Betreibungskosten kommen hinzu, und der Gesamtbetrag steigt. Der Schweizer Staat betreibt die Forderung aktiv.

Strafanzeige

Bei groben Verstößen (z. B. ab 25 km/h Überschreitung innerorts) wird automatisch Strafanzeige erstattet. Das führt zu einem Strafverfahren vor Schweizer Gericht. Die Strafe kann dann nicht nur eine Geldbuße, sondern auch eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren umfassen.

Grenzüberschreitende Vollstreckung

Frankreich und die Schweiz haben ein Abkommen zur gegenseitigen Vollstreckung von Bußgeldern. Bei Nichtzahlung kann die Forderung in Frankreich eingetrieben werden – mit allen rechtlichen Mitteln. Bei besonders schweren Verstößen droht sogar eine Einreisesperre für die Schweiz.

ASTRA (Bundesamt für Strassen): „Die Sicherheitsmargen bei Geschwindigkeitsmessungen sind kein ‚Kulanzspielraum‘, sondern technisch notwendige Toleranzen. Sie werden einheitlich angewendet und vor der Sanktionierung abgezogen.“

Wichtige Fakten auf einen Blick

Fakt Wert
Bußgeld für 10 km/h zu viel innerorts 120 CHF
Bußgeld für 20 km/h zu viel innerorts 500 CHF
Toleranzabzug innerorts 3–5 km/h (je nach Messverfahren)
Führerscheinentzug ab innerorts 21 km/h
Maximale Geldstrafe bei grober Verletzung bis zu 10.000 CHF

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich ein Bußgeld aus der Schweiz in Deutschland bezahlen?

Ja, in der Regel können Sie das Bußgeld online mit einer Kreditkarte oder per Überweisung auf ein Schweizer Konto bezahlen. Schweizer Behörden akzeptieren in der Regel Zahlungen aus dem Ausland. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich an die im Bußgeldbescheid genannte Kontaktstelle.

Wie lege ich Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid ein?

Der Einspruch muss schriftlich innerhalb der im Bescheid genannten Frist (meist 30 Tage) bei der zuständigen Kantonspolizei oder der Staatsanwaltschaft eingelegt werden. Es empfiehlt sich, einen Rechtsanwalt zu konsultieren, der mit Schweizer Verkehrsrecht vertraut ist.

Gibt es eine Verjährung von Bußgeldern in der Schweiz?

Ja, in der Schweiz verjähren Bußgelder in der Regel nach 5 Jahren. Bei schweren Straftaten kann die Verjährungsfrist länger sein. Die Frist beginnt mit der Tat.

Was kostet ein Blitzer in der Schweiz?

Ein Blitzer ist kein käufliches Produkt. Die Kosten für ein Bußgeld wegen Geschwindigkeitsüberschreitung variieren je nach Schwere. Ein einfacher Verstoß kann 20 CHF kosten, ein schwerer Verstoß kann mehrere tausend CHF und eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Muss ich bei Mietwagen in der Schweiz selbst für Bußgelder aufkommen?

Ja, in der Regel gibt der Mieter den Fahrer an. Die Mietwagenfirma stellt die Daten an die Schweizer Behörden weiter, und der Fahrer erhält den Bußgeldbescheid. Die Kosten für die Bearbeitung können zusätzlich anfallen.

Kann ich mit einem Schweizer Bußgeld in Frankreich Punkte bekommen?

Nein, Punkte werden nicht direkt übertragen. Schweizer Bußgelder haben keine Auswirkungen auf das französische Punktesystem. Allerdings können sie zu einem Fahrverbot in der Schweiz führen, das in Frankreich durch bilaterale Abkommen anerkannt werden kann.

Hinweis für französische Fahrer: Die Schweiz behandelt ausländische Fahrer nicht anders als inländische. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die Regeln sind streng und die Bußgelder hoch. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Praktischer Tipp: Prüfen Sie vor einer Reise in die Schweiz die offiziellen Bußgeldtabellen auf ch.ch. Ein kurzer Check kann hohe Geldstrafen vermeiden.



Harry Henry Thompson Carter

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